Paedche botze – Wege saeubern

Erst aufgereiht, dann (den Müll) aufgespießt. Bei der Aktion „Pädche botze“ wurden Pläne zum Kampf gegen den Müll nicht geschmiedet, sondern umgesetzt.
Text: Thomas Herschbach / Foto: © Ulla Bergob

Pädche botze 2019

Umweltschutz vor Ort gelebt.
Frühjahrsputz-Aktion „Pädche botze“ in Waldbreitbach nahm sich wieder den Kampf gegen den Müll vor
Waldbreitbach. „Warum in die Ferne schweifen, Sieh das Schlechte liegt so nah“ dachten sich kürzlich in Anlehnung an einen Vierzeiler des unverwüstlichen Johann Wolfgang von Goethe Bürger und Besucher aus Waldbreitbach und den Ortsteilen mit Blick auf das, was vom Tage immer wieder übrigbleibt. Abfall.

„Pädche botze“, also „den Weg freimachen“, nennt sich die die alljährliche Aktion von Verkehrsverein und Ortsgemeinde Waldbreitbach. Diese Dialektik der Umwelt ist schon allein deshalb unbezahlbar, weil sie auf ehrenamtlichem und damit vergütungsfreiem Ersatz beruht.

Mit dem Vorsitzenden Ignaz Weidemann und Bürgermeister Martin Lerbs an der Spitze schwärmten die Helferinnen und Helfer in alle Himmelsrichtungen vom Bauhof in der Ortsmitte aus, um ihre grüne Ader zum Pulsieren zu bringen. Es war aber nicht nur das jüngste Hochwasser, das allerlei Unrat an den Ufern der Wied hinterlassen hatte.

Vielmehr fanden sich vom Moped-Auspuff bis hin zu unzähligem Plastik-, Leer- und Treibgut allerlei Müll, der mit einem Bewusstsein für die Umwelt eigentlich den Weg in die entsprechenden Behälter hätte finden müssen. Mit Rechen und Harke, Abfallsäcken und Handschuhen ausgestattet, fand der Abfall schlussendlich dann doch den Weg von Straßen und Wegen, Wiesen und Augen in die die richtigen Entsorgungsstationen.

Tatsächlich muss es nicht immer die große Nummer gegen Plastikmüll und sonstige Umweltzerstörung sein, wenn es vor der eigenen Haustür genug zu kehren gibt – Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.
Insofern ist die alljährliche Aktion „Pädche botze“ sozusagen unmittelbares Sinnbild einer gelebten und übergreifenden grünen Bewegung. „Dass Bürgersinn und freiwilliges Engagement quer durch alle Generationen zu spüren ist, zeigt, dass es ein reales Miteinander gibt, das Mut für die Zukunft macht“, unterstrichen Ignaz Weidemann und Martin Lerbs vor allem mit Blick auf den heimischen Junggesellenclub, der nicht nur zahlreich vertreten war, sondern es im Gegensatz zum Vereinsnamen alles andere als gemütlich angehen ließ.
Medizin für das grüne Gewissen mag kein geldwerter Vorteil sein, ist schlussendlich aber mehr wert. Passend schließt sich der Kreis mit dem letzten Vers aus Goethes Vierzeiler: „Lerne nur das Glück ergreifen, Denn das Glück ist immer da“.


2018 – Der Weg war das Ziel

„Pädche botze“ von Verkehrsverein und Ortsgemeinde Waldbreitbach

Waldbreitbach. „Der Weg ist das Ziel“ postulierten es kürzlich nicht die Jünger des Konfuzius, als vielmehr Verkehrsverein und Ortsgemeinde Waldbreitbach bei ihrer alljährlichen Dorfreinigungs-Aktion „Pädche botze“.

Immer, wenn der Frühling und damit die touristische Saison nahen, werden in Waldbreitbach die Wege gesäubert, eben die „Pädche jebotzt“, wie es im Dialekt heißt. Daran beteiligten sich unter Federführung von Bürgermeister Martin Lerbs, dem Beigeordneten Viktor Schicker und den beiden Verkehrsvereins-Vorsitzenden Ignaz Weidemann und Max Josef Heumann auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Vereine aus dem „idyllischen Gebirgsort in einem Seitenthal des Rheins“, wie es im ersten Wiedtaler Gastgeberverzeichnis aus dem 19. Jahrhundert heißt.

Rund um Wied und Weiher packten fleißige Helfer von Verkehrsverein, „Bräpe Jonge“, Sebastianus-Schützen, Junggesellenclub, Gewerbeverband, Kirchenchor und Wiedklang Unrat in ihre großen Müllsäcke, räumten Strandbad und Campingplatz auf und ließen dabei Rasenmäher und Rechen glühen. Währenddessen widmeten sich die Altgesellen der „Bräpe Jonge“ der frühhlingsgerechten Aufhübschung des „Schmeddeparks“. Viele Hände bedeuteten auch diesmal ein schnelles und gutes Ende bei deftigem Eintopf und eigenem Brot der „Nassen´s Mühle“. Der hätte wohl auch Konfuzius geschmeckt. Schließlich wurde hier die Botschaft des “Der Weg ist das Ziel”, sich kleine realistische Tagesschritte zu setzen und den Weg zum Erfolg zu genießen und glücklich zu sein über das was man schon erreicht hat, schon einmal konkret umgesetzt. In diesem Sinne warten die nächsten guten Taten im „Grünen Bereich“.                                                                                                                                                                     -HOE- Thomas Herschbach

Eine verdiente Stärkung in der „Nassen´s Mühle“ bildete den Abschluss der Waldbreitbacher Dorf-Reinigungsaktion „Pädche botze“ 2018. Fotos: Ulla Bergob

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2017 – Waldbreitbach putzte sich frühlingsfein heraus

Rund dreißig Aktive aus Vereinen und Verwaltung zwei Wochen vor Ostern beim „Pädche botze“ im Einsatz


– von Thomas Herschbach –

Waldbreitbach. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“…, „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“.

Dass die Leitmotive von Deutschlands` Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe und Eduard Mörike zu Beginn der warmen Jahreszeit auch heute noch inspirierend wirken, verdeutlichten in Waldbreitbach zwei Wochen vor Ostern zahlreiche Vertreter aus Vereinen und Verwaltung mit der Nutzung ihres „grünen Daumens“. Zum sogenannten „Pädche botze“ von Ortsgemeinde und Verkehrsverein, hatten sich mehr als sechzig fleißige Hände zusammengefunden, um Wege und Wälder, Bäche und Ortsbild prägende Bauten von Unrat zu bereinigen – Waldbreitbach putzte sich sozusagen frühlingsfein heraus.

Da sah man die Musikvereinigung „Wiedklang“ und den Kirchenchor „Cäcilia“ anstatt mit Trompete und Notenblättern mit Harke und Abfallbehältern im Einsatz entlang von Strandbad und Wied. Die St. Sebastianus-Schützen und der Junggesellenclub „Gemütlichkeit“ taten es ihnen vom Weißen Kreuz zur Wiedbrücke am Kolpinghaus, hoch an den 3 Weihern und rund um Wehr und Spielplatz gleich – letztere, obwohl nach dem morgendlichen Reinigungsprojekt die Organisation der abendlichen Party-Veranstaltung „Project JC Vol. 3“ anstand. Derweil widmeten sich die Altjunggesellen „Bräpe Jonge“ vornehmlich der Verschönerung des Areals rund um die Alte Schmiede.

Während Bürgermeister Martin Lerbs und Beigeordneter Viktor Schicker mit ihren Mitarbeitern vom Bauhof mittels Kleintransporter im Stil der Heinzelmännchen mal hier mal dort Schmutzstellen bereinigten und sich die Feuerwehr auf das Schützen der Umwelt am Ortsausgang fokussierte, hatte sich der Verkehrsverein beim „immer schön sauber bleiben“ auf die Alte Ölmühle und die Gegend rund um die Kahnanlage konzentriert. Beim vom „Hotel zur Post“ gespendeten gemeinsamen Mittagessen waren sich Orts-Chef Martin Lerbs und Verkehrsverein-Vorstand Max-Josef Heumann einig: „Wenn Alle für ein attraktives Waldbreitbach anpacken, ist nicht nur das Ergebnis, sondern auch das gemeinsame Wirken an sich schön“. Oder, um es mit Goethe auszudrücken: „Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück“.

 

 

im Laufe des Vormittags kamen noch etliche Helfer dazu

Viele Hände, schnelles Ende: Schlussendlich waren es über 60 fleißige Hände mit grünem Daumen, die beim „Pädche botze“ in Waldbreitbach anpackten. Fotos: ©Ulla Bergob

weitere Fotos der Aktion (© Ulla Bergob):